"Der Kreuzweg in Stein im Jauntal"

Stein im Jauntal ist ein Ort mit reicher Tradition und historischem Boden. Bei so vie historischer Tradition war es notwendig, den im Laufe der Zeit immer mehr und mehr verfallenen Kreuzweg zur Kirche von Stein im Jauntal seine einstige Vielfalt und Künstlern für die Gestaltung dieses Kreuzweges zu gewinnen, die im Unterland geboren sind, oder Beziehung zu diesem wunderschönen Teil Kärntens haben. Jede Station wurde von einer anderen Künstlerin oder Künstler gestaltet. Die liturgischen Inhalte der einzelnen Stationen sind vorgegeben, die künstlerische Auseinander -setzung war frei . Ein derartiger Kärntner Kreuzweg als Gemeinschaftswerk vieler Kärntner Künstler ist in dieser Form einzigartig. Es ist eine Kärntner Kunstausstellung zeitgenössischen Bildschaffens entstanden, die sich als Anziehungspunkt und weiteres Angebot in der Tourismusgemeinde St. Kanzian am Klopeiner See für Gäste und Einheimische. Der Kärntner Kreuzweg von Stein im Jauntal ist ein Interessanter Versuch, individuelles künstlerisches Schaffen für eine gemeinsame Aufgabe zu vereinigen. Alle die dies mitgestalteten, haben uns überzeugt dass es gelungen ist.

I

"Jesus wird zum Tode Verurteilt"

Die erste Station auf dem Kreuzweg Jesu Christi stellt das Urteil des römischen Stadthalters Pontius Pilatus bei der Überantwortung des Herrn an den Rat der Juden dar.

Gemalt wurde dieses Seefresko mit Keimscher Mineralfarben
im Herbst 1991 von Werner Lössl

JESUS NIMMT DAS KREUZ AUF SICH
KOPF KREUZ
DURCHDRINGUNG
BESTIMMUNG
ERDULDUNG
BEREIT

Glasierte Keramik mit Eisendurchzug
von Karl Schüßler

II

"Jesus nimmt das Kreuz auf die Schultern"

III

"Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz"

Die Illustration dieser Station stellt den Leidensweg Christi dar wie er unter der schweren Last des Kreuzes zusammenbricht

Der Entwurf des Bronzegusses stammt von Valentin Oman

Jesus begegnet seiner Mutter-Jezus sreca svojo mater.
Die Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit den Begriffen "Mutter, Ort, Zeit.
Sowohl die Wahl des Materials als auch jene der Glagolica,
der ältesten slawischen Schrift, erfolgt unter dem Gesichtspunk der in der Gegenwart immanenten Vergangenheit. Die Transkription der Schriftzeichen bedeutet: "4"
Die Zeit als Metapher des Begriffes "Mutter"
Der Besucher ist der Sohn, die Besucherin ist die Tochter

Geschaffen wurde der Entwurf mit Marmorplatten
von Karl Vouk

IV

"Jesus begegnet seiner Mutter"

V

"Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen"

Mit tiefer Ehrfurcht und innerer Freude habe ich die Einladung zur Gestaltung dieser Station mit dem Motiv
" Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen" angenommen. Mit  ganzer Hingabe habe ich versucht, diesem Motiv althergebrachte Religiosität mit heutigem Zeitgeist zu verschmelzen.

Silikattechnik mit Keimscher Mineralfarben
von Josef Stefan

   

Das Schweißtuch der Veronika

"Es gibt eben zweierlei Mitleid das eine , das schwachmütige und sentimentale, das eigentlich nur  Ungeduld des Herzens ist, sich möglich schnell freizumachen von der der peinlichen Ergriffenheit vor einem fremden Unglück, jenes Mitleid, das gar nicht  Mit-leiden ist, sondern nur instinktive Abwehr des fremden Leidens von der eigenen Seele. Und dann das andere, das einzig zählt- das unsentimentale, aber schöpferische Mitleid, das weiß, was es will, und entschlossen ist, geduldig alles durchzustehen bis zum letzten seiner Kraft und noch über dieses letzte hinaus"

Geätzte Zinnplatte,
Entwurf:Reimo Wukounig

VI

"Veronika reicht Jesus das Schweißtuch"

VII

"Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz"

" Die Andeutung ersetzt gleichsam das Ausformulierte,  erweckt Assoziationen und motiviert den Betrachter."

Mischtechnik Entwurf von Stegfan Gyurko

Der Satz "Die Dinge haben ihre Tränen" aus der Führich-Kreuzweg hat mich bewogen , die achte Station des Kärntner Kreuzweges von Stein zu gestalten.

Glasierte Keramik: Ernst Gradischnig

VIII



" Jesus begegnet den weinenden Frauen"

IX

"Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz"

" Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz" wird durch die kopfüber-diagonale Anordnung des Kreuzes ausgerückt, verstärkt durch die gespreizten Hände. Der Kopf hat ein relativ jugendliches Aussehen. Die Überwindung des Todes durch die Aufstehung ist damit schon ausgedrückt.

Metallguß: Gertrud Weiss-Richter

Die Station " Jesus wird seiner Kleider beraubt" verkörpert für mich ein Zeichen der Verletzbarkeit. 
Der nackte Mensch ist ohne Abwehr und Schutz.
Die keramischen Nudeln, die aus der Wand herauswachsen, haben diese Verletzbarkeit. Sie sind ein Symbol der organischen Walt, wie das Innere einer Frucht, die man öffnet: Zart verletzbar und wehrlos.

Keramik: Kiki Kogelnik  

X

"Jesus wird seiner Kleider beraubt"

XI

"Jesus wird an das Kreuz genagelt"

Jesus wird an das Kreuz genagelt- oder das Erwarten der Gewalt. Erreicht wird dieser Ort des Kreuzweges über einen sehr steilen Aufstieg. Die veränderte Topographie des Geländes vor der 11. Station unterstreicht die rituelle Bedeutung dieses Ortes. Hier eben, hier kann das Handwerk der Kreuzigung sachlich durchgeführt  und die Vollstreckung des langsamen qualvollen Todes massenwirksam inszeniert werden. Das Recht, das gesprochen wurde, soll exekutiert werden.
Griffbereit liegt das Werkzeug in der Nische der am Ort erreichten Wegarchitektur. Die klinische Reinheit und lineare Ordnung des Arbeitsplatzes begegnen der emotionalen Distanz, die bei dieser Arbeit erforderlich ist. Der aggressive Akt selbst bleibt jedoch aus. Was der Ort sichtbar macht, ist nicht  das erwartete Geschehen.
Das Er- warten der Gewalt vor Ort wird als Geschehen sichtbar.                                              

Weiße Fliesen, Acrylfarbe, Handfäustel aus Bleimantel
von Joze Boschitz

Das Bronzerelief "Kreuzigung" zeigt den einsamen Tod  des Meisters Jesus. Seine Königskrone schwebt über seinem Haupt. Umgeben ist Jesus von den Elementen:
Luft - Wasser - Feuer - Erde.
                                                        

Bronzerelief Entstehungsjahr 1991
von Karl Brandstätter

XII

"Jesus stirbt am Kreuz"

XIII

"Jesus wird vom Kreuz genommen und
in den Schoß der Mutter gelegt"

Die ausgebreiteten Arme von Jesus noch im Tode sagen " kommt alle zu mir, die ihr beladen seid." Die Arme und Hände der Mutter wollen helfen und behüten, ihr Körper und Gesicht signalisieren Bestürzung.

Messingguß von Karl Brandl